Vergleichende Werteanalyse für Paare und Teams

Werte

Die Werte eines Menschen sind sein individuelles Fundament für ein erfüllendes und erfreuendes Leben.

Vermag eine Beziehung, eine Aufgabe oder eine erlebte Situation sinnvoll zu sein und einem Menschen Freude zu schenken, dann deshalb, weil Werte verwirklicht werden können. Ein Werte-‚Päckchen‘ wie zum Beispiel ‚Neugier‘, ‚Interesse‘, ‚Lernen‘ und ‚Toleranz‘ braucht eine Situation, in der es sich über eine Handlung oder ein Verhalten zeigen kann. Der Besuch einer Ausstellung eines mit neuartigen Materialien arbeitenden Künstlers kann eine solche Situation sein. Ein solcher Besuch bietet daher Sinn. Letztlich gilt, dass ein Mensch, der etwas als sinnvoll ansieht, bei genauer Betrachtung immer Werte verwirklicht. Damit eigene Werte nicht in den Konflikt mit denen anderer Menschen kommen, ist es wichtig, rechtzeitig darüber zu sprechen, wie mit unterschiedlichen Wertvorstellungen umgegangen werden soll. Für Paare, Projektteams oder auch Netzwerkpartner ist eine vergleichende Werteanalyse daher stets empfehlenswert.

Persönliche Wertesysteme prägen die Einstellungen und Haltungen, die ein Mensch zu anderen Menschen oder zu Themen, Meinungen oder Aufgaben einnimmt. Aufbauend auf diesen individuellen Einstellungen und Haltungen formt sich das menschliche Verhalten, die Art und Weise seiner Handlungen oder auch die Gestaltung seiner Entscheidungen. Von Werten hängt also im Leben vieles ab. Doch leider: Vielen Menschen ist der Wertebegriff seltsam unhandlich. In der Tat gehört er zu den Begriffen, die auf so vielfältige Weise genutzt wird, dass darüber der ‚wahre Wert‘ des Wertbegriffs verwässert wird – denken wir dabei zum Beispiel an einen Wert, der verstanden wird als Nutzen oder als Preis.

In unserem Arbeitsverständnis bringt bereits ein Kind mit seinem Dasein Werte ein und es verhält sich ihnen entsprechend. Über Kommunikations- und Lernprozesse werden ab der Kindheit weitere Werte vermittelt. Einige eignet sich der [junge] Mensch davon an und übernimmt sie in sein Leben. Andere werden von ihm über Aufforderungen, sich in einer bestimmten Weise verhalten zu sollen, indirekt verlangt [z.B. Dankbarkeit, die das Kind zeigen soll in Form eines ‚Dankesagens‘ für die Scheibe Wurst beim Metzger]. Davon werden wiederum einige übernommen, andere verworfen. Wieder andere Werte entwickelt der Mensch im Laufe seines Lebens selbst, sei es durch Reflexion des Lebens, durch die Gestaltung von Krisensituationen oder auch durch die Übernahme von Wertvorstellungen, die der Mensch bei geliebten Partnern erlebt und von ihnen adaptiert. Wir sehen: Werteentwicklung ist ein dynamischer Prozess.

Über diese Wege stellen Werte als ’seelische DNA‘ eine individuelle Ordnung her, mit der der Mensch sein Leben gestaltet. Diese innere Ordnung will gepflegt werden. Sie ist kostbar, weil mit zahllosen Einzelerfahrungen verbunden, in denen der Mensch sich bereits zu entscheiden hatte. ‚Will ich meinen Werten folgen, will ich sie verteidigen, will ich sie weiterentwickeln, …‘: Diese Entscheidungen gilt es zu treffen, wenn der Mensch eine Bindung eingehen, eine Trennung vollziehen will, eine berufliche Veränderung oder eine Nicht-Veränderung überlegt, wenn er sich existenzielle Fragen vorlegt wie: ‚wie will ich, dass mit meinen Organen im Falle meines Todes umgegangen wird‘, ‚will ich und wie will ich eine Familie gründen‘, ‚wie will ich etwas der Welt hinterlassen‘, ‚wie will ich mich im Alter versorgt wissen‘, ‚wie will ich glücklich sein‘.

An den eigenen Werten kommt der Mensch nicht vorbei. Sie fordern den Menschen heraus, sie zeigen an, wohin er sich bewegen kann und soll. Viktor Frankl – der Begründer der wertebasierten Psychotherapie - sieht das so: „Unser Dasein erfüllen wir mit Sinn dadurch, dass wir Werte verwirklichen.“ Zwischen Werteverwirklichung und einem sinnerfüllten Leben findet sich demnach ein deutlicher Zusammenhang.

Ein Wert ist für einen Menschen nicht nur wichtig, sondern sogar wesentlich und existentiell, wenn er ihm so sehr am Herzen liegt, dass er durch ihn einen sinnvollen Beitrag leistet. Würde zum Beispiel der Wert ‚Treue‘ als wesentlich empfunden und handelt ein Mensch diesem Wert entsprechend und seinem Herzen folgend, dann wird er wohl der zugrundeliegenden Beziehung so viel Bedeutung beimessen, dass er mit seiner Treue einen Beitrag dafür leisten will, dass diese Beziehung keinen Schaden nimmt. Viktor Frankl nennt einen solchen Zusammenhang den ‚Willen zum Sinn‘.

Ist ein Wert ’nur‘ wichtig, dann dient er vorrangig dazu, eine Sache einer anderen vorzuziehen. Der Mensch bewertet die Alternativen und entscheidet auf der Basis seiner Wahl. Im ‚Alltag‘ werden die ‚wichtigen‘ Werte dazu dienen, die vielen, erforderlichen Entscheidungen, die jeder Mensch zu treffen hat, vornehmen zu können. Für ein gelingendes Leben jedoch sind die ‚wesentlichen‘ Werte relevant. Natürlich sind einem Menschen wesentliche Werte auch wichtig. Aber nicht jeder wichtige Wert ist auch wesentlich. Wenn Sie für sich diesen Unterschied entdecken und herausarbeiten wollen, dann können wir hierzu mit unseren biografischen und diagnostischen Verfahren einen Beitrag leisten.

Wertegefühle

Standen Sie auch schon einmal staunend vor einem Kunstwerk? Sind Ihnen bei einem Film auch schon einmal die Tränen gekommen? Hatten Sie auch schon einmal in der Natur das Erleben tiefer Zufriedenheit? Haben Sie beim bloßen Anblick eines Menschen schon einmal innige Zuneigung verspürt? Dann wurden Sie in diesen Momenten durch Ihre Werte emotional berührt. Wertewahrnehmung erfolgt über Gefühle. Da, wo ein Gefühl ist, da geht es immer auch um einen Wert. Im Positiven wie im Negativen. Wird einer Ihrer Werte von einem Menschen verletzt, zum Beispiel, dass dem Ihnen bedeutungsvolle Wert ‚Zuverlässigkeit‘ nicht entsprochen wird, dann ist das Ihnen ‚arg‘ und das Gefühl ‚Ärger‘ stellt sich ein. Berichtet ein Freund von einem Ereignis, das Sie dazu aufruft, ihm zu helfen, dann wird es Sie erfreuen, wenn Sie Ihren Wert der Hilfsbereitschaft ihm gegenüber verwirklichen können.

Es lohnt sich, die persönliche Verbindung zwischen Gefühlen und dem eigenen Wertesystem zu reflektieren. Durch Wertebewusstsein weiß ein Mensch, womit er in Beziehung steht, denn ohne Beziehung zu einem Menschen, einem Tier, einer Sache oder einer Aufgabe ist das Erleben von Werten nicht vorstellbar. Mit der Entwicklung persönlichen Wertebewusstseins können Sie daher klären, womit Sie so sehr in Beziehung stehen, so dass der Wegfall dieser Beziehung für Sie eine starke Belastung bedeuten würde. Sich der eigenen Werte bewusst zu sein, ist daher ein wichtiger Aspekt individueller Beziehungsklärung und Krisenprävention. Und Spaß macht die Arbeit mit den eigenen Werten auch.

Wir wünschen Ihnen viele gute Erkenntnisse durch die erste vergleichende Werte-Analyse für Paare, Teams und Arbeitspartner.

Dr. Ralph Schlieper-Damrich & das Entwickler-Team
Promotion am Lehrstuhl für Berufs- und Betriebspädagogik der Helmut Schmidt Universität zu Hamburg
[Themenfeld Sinn – Werte – Krise]

[Um Ihnen lesefreundliche Texte anzubieten,
haben wir nur in der männlichen Form geschrieben,
auch wenn stets die weibliche gedanklich mit
eingeschlossen war. Wir hoffen auf Ihr Verständnis.]